„Träume wieder, mach das Machbare, dann setze offensiv um!“ – dies war mein erster Impuls für einen Beitrag zur von Martin Grünstäudl ausgerufenen Blogparade auf gruendungswissen.at. Die hinter dieser sehr verdichteten Grundaussage stehenden Ideen, verdienen es jedoch ausführlicher erklärt zu werden. Was ist aber nun mein wichtigster Tipp für angehende Unternehmer und Unternehmerinnen? Lerne von den unternehmerischen Serientätern, ist eine einfache Antwort darauf.
Der Frage, was ein Entrepreneur ist, bin ich in dem Artikel „Berufsbezeichnung – Entrepreneur?“ nachgegangen. Guy Kawasaki trifft es dabei mit folgender Aussage sehr gut:
Entrepreneur ist keine Berufsbezeichnung. Es ist die Geisteshaltung von Menschen, die die Zukunft verändern möchten.
– Guy Kawasaki (Nicht-CEO bei Yahoo! & Venture Capitalist)
Für diesen Beitrag möchte ich mich jedoch einer speziellen Gruppe von unternehmerisch denkenden und handelnden Menschen widmen – den unternehmerischen Serientätern.
Die Serial Entrepreneurs, Serienunternehmer oder auch Mehrfachgründer sind jene Unternehmer, die mehr als ein Unternehmen gegründet haben. Sie sind meistens immer nur an einer Unternehmensgründung bzw. einem Projekt zur gleichen Zeit beteiligt und ziehen sie sich zu einem späteren Zeitpunkt aus einer aktiven Rolle im Unternehmen zurück oder verkaufen das Unternehmen, um sich einem neuen Unternehmen und Projekt zuzuwenden.
Was zeichnet diese Serientäter, wie z. B. Richard Branson, jedoch aus? Sie sind erfahrene Entrepreneure (Experten) und denken und handeln dadurch anders, als man auf der gemeinen Schule, auf den klassischen Business Schools, im Gründerkurs … lernt.
Genau mit dieser Gruppe von Menschen beschäftigt sich seit über 10 Jahren eine stetig wachsende Forscher- und Praktikergruppe. Die Auseinandersetzung und Umsetzung der daraus identifizierten Prinzipien der unternehmerischen Wirksamkeit (Effectuation) ist mein Tipp für angehende Unternehmer und Unternehmerinnen. Die dabei zu Anwendung kommenden mentalen Modelle (Heuristiken) erfahrener Unternehmer unterscheiden sich wesentlich von denen unerfahrener Unternehmer und auch klassischer Manager. Effectuation erhebt dabei keinen absoluten Anspruch auf universelle Gültigkeit und Wirksamkeit, ist jedoch eine gute Richtschnur dafür, wie man unter Situationen großer Ungewissheit sowohl Risiken minimieren kann, als auch stetig handlungsbereit und umsetzungsfähig ist. Erfahrene Unternehmer haben ein Wissen dafür entwickelt, wann welche Methoden zu den besten Resultaten führen. Die Hintergründe und Entstehung dieser mentalen Modelle können auch in meinem Artikel „Effectuation: Unternehmer machen Zukunft“ – oder umfangreicher in meinem Buch zu diesem Thema – nachgelesen werden.
Entrepreneure sind Macher!
Die Macherqualitäten die sich die Serientäter durch ihre Erfahrung angeeignet haben, ermöglichen ihnen auch ohne fixe Ziele oder einer von Anfang an klaren Zielgruppe ihre Idee, ihr Unternehmen und Projekt rasch voranzutreiben. Deshalb ist zu Beginn dieser Karrieren nicht immer die klare Idee, ein fixes Ziel, Marktanalysen, ein Business Plan … der Ausgangspunkt für eine Unternehmensgründung, sondern die eigenen Mittel und Ressourcen – sie wissen, was wirkt.
Sie …
- machen, und nicht nur einfach „Just Do it!“, sondern nach dem Motto „Do it!“.
- machen, das machbare, indem sie ihre Mittel und Ressourcen (Wissen und Kompetenzen, Identität und Netzwerke) kennen und zuerst nutzen.
- definieren die maximal mögliche Investition an Zeit, Geld, Personal, Nerven … und nicht den erwarteten Gewinn. Es gilt der leistbare Verlust (wie viel kann ich einsetzen ohne meine Unternehmung zu gefährden).
- halten ihren Unternehmergeist in alle Richtungen offen, und sind bereit Zufälle und Überraschungen zu ihrem Vorteil zu nutzen.
- denken in Partnerschaften und suchen Gleichgesinnte für Vereinbarungen und „Vorvereinbarungen“ zu ihrem Unternehmen und Projekt.
- nutzen Echtzeitdaten – die unmittelbar in die Idee, das Produkt … einfließen - und keine Marktforschung.
- schreiben nicht nur einen Business Plan, sondern viele, da sich die Ideen, Partner und Möglichkeiten laufend ändern.
- steuern und kontrollieren ihre Aktivitäten anstatt Trends vorherzusagen! Es gilt nicht ”was wir vorhersagen können, können wir kontrollieren”, sondern “was wir kontrollieren können, brauchen wir nicht vorherzusagen”.
Kochen Sie Ihr Unternehmen!
Eine Analogie von Saras Sarasvathy habe ich auch in meinem Buch „Effectuation – Unternehmergeist denkt anders!“ (ISBN: 978-3-902672-19-3) beschrieben. Diese möchte ich Ihnen als Amuse-Guele (Gruß aus der Küche) mit auf den Weg geben:
Es gibt zwei Arten zu kochen. Einerseits kann der Koch ein bestimmtes Essen auswählen, aus dem Kochbuch die passenden Rezepte aussuchen und im Supermarkt die richtigen Zutaten kaufen. Wieder zu Hause, verarbeitet er diese und kocht das Essen genau nach Rezept. Im anderen Fall führt der erste Weg des Kochs zum Kühlschrank und zu den Küchenkästchen. Dort finden sich unterschiedliche Zutaten und Werkzeuge und schön langsam formt sich vor dem Auge des Kochs ein Bild, welches Essen er damit machen könnte, vielleicht spricht er auch noch mit der Familie oder Freunden darüber, was sie gerne essen würden. Während des Anrichtens findet er noch die eine oder andere passende Zutat und schön langsam ergibt sich das fertige Menü. Ein paar Minuten später, nach einem Telefongespräch mit einem Freund oder auch der Entdeckung einer Dose Kapern, würde es zu einer ganz anderen Entscheidung kommen, welches Essen gekocht werden soll.
Welcher Koch sind Sie?
Effectual & Happy Founding!
In diesem Sinne bringen Sie das Neue in die Welt und schaffen Sie Zukunft, indem Sie auf die Suche nach Ihrem ersten Kunden gehen und 99,9% Ihrer Zeit dafür benutzen mit so vielen Menschen über Ihre Idee zu sprechen, wie möglich!
Teilnehmer und Teilnehmerinnen der Blogparade
- Bianca Schwacke (biancaschwacke.wordpress.com): Der Existenzgründer und seine Persönlichkeit
- Hubert Baumann (hubertbaumann.com): Sprechen Sie die Sprache Ihrer Zielgruppe!
- Malte Geschwinder (standortanalyse.biz): Standortanalyse im Businessplan
- Barbara Frolik (wordweb.ch): Keine Angst vor dem eigenen Weg
- Gabriele Bauer (gaba-ultramind.blogspot.com): Mein wichtigster Tipp für Existenzgründer
- Alfred Grünstäudl (wennsiesichmehrerwarten.at): Der wahre Chef im Unternehmen
- Kerstin Boll (quivendo.de): Nicht schubbern – positionieren!
- Thomas Mallessa (derladen2010.de): Mein wichtigster Tipp!
- Konstantin Matern (internet-kredit.org): Finanzierung und Tipps für Existenzgründer
- Petra Hamacher (shop-optimieren.com): Unsere Tipps für Existenzgründer
- Torsten Montag (gruenderlexikon.de): Höher, schneller, weiter – so gewinnen Sie gegen die Großen
- Martina Schäfer (martina-schaefer.de): Kommunizieren mit Strategie – von Anfang an
- Judith Torma (rhetorikblog.com): Existenzgründer Tipp – Vernetzen ist wichtig!
- Reinhard Huber (silberexpert.blogspot.com): Gut geplant zur erfolgreichen Existenzgründung
- Matthias Griesbach (alles-mit-links.de): Mein wichtigster Tipp für Existenzgründer – die Geldquellen
- Doris Doppler (textshop.biz): Werbetext: So verbinden Sie Begeisterung und Kundennutzen
- Martin Grünstäudl (gruenderwissen.at): Wer nicht lächeln kann, hat keinen Erfolg
- Nicole Arnitz (7meilenstiefeletten.at): Erfolgreich gründen – was kommt vor dem Businessplan
- Hannes Offenbacher (bessergehtsimmer.at): Unternehmerische Schizophrenie
- Ivo Kultermann (selbststaendig-machen.net): Kundenbindung wichtiger als Kundenfindung
- Sabine Abstoß (marketingshop.de): Wettbewerber-Analyse von Anfang an
- Steven Schüller (kwerdenker-blog.de): Wie findet man den richtigen Unternehmensnamen?
- Norbert Weider (ragazzi-group.de): 46 Tipps um ein besserer Unternehmer zu werden
- Ivan Blatter (blatternet.ch): Erst der Rahmen macht das Bild
- Heike Lorenz (unternehmerhandbuch.wordpress.com): Mein wichtigster Tipp für Existenzgründer
- Stefan Wabner (kunstundso.com): Den ersten Kunden gewinnen, immer wieder
- Gunnar Berning (twago.de): Auf die Kernkompetenzen konzentrieren
- Marco Laspe (rockiger.com): Verkauft Produkte statt Arbeitskraft
- Kathrin Schmidt (startup-erfolg.de): (K)eine tragfähige Geschäftsidee
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