Unternehmergeist für viele – raus aus Euren Honigwaben!

“Nur das Denken, das wir leben, hat einen Wert.”, dichtet Hermann Hesse (Schriftsteller & Freizeitmaler) und bringt es auf den Punkt – nicht der Jobtitel auf der Visitenkarte zeichnet uns am Ende des Tages aus, sondern was wir bewirkt haben. Zu der – von Blögger und Mingo organisierten – Blogparade zum Thema “Entrepreneurship” entsteht gerade eine exzellente Diskussion über die Rollen in einem Unternehmen und dem (Selbstdarstellungs)zwang zum Entrepreneurship.

Honey Abstract

Ein Diskurs, dem ich mich anschliessen will. Nicole Arnitz definiert für sich drei – für jedes erfolgreiche Unternehmen – notwendige Funktionen:

  1. Die Fachkraft,
  2. die Managerin und
  3. der Entrepreneur [Unternehmer]

Damit nennt sie eine für unsere arbeitsteilige und funktionale Gesellschaft wichtige Unterscheidung von Funktionen, die sowohl für Profit- als auch Non-Profit-Organisationen relevant sind. Zu Problemen kommt es, wenn im Team die Rollenklarheit fehlt und Teammitglieder ein nicht-authentisches Selbstbild haben.

Die Frage, die mich beschäftigt ist, wo findet sich Unternehmergeist? Dies macht für mich einerseits eine deutlichere Unterscheidung zwischen der Entrepreneur- und Unternehmerrolle wichtig und andererseits das Vertrauen, dass der Unternehmergeist in allen Rollen prinzipiell vorhanden ist. Es kommt somit nicht auf predisponierte Charaktereigenschaften an, sondern auch auf andere interne und externe Faktoren. Unternehmergeist ist deshalb in den verschiedenen Rollen verfügbar, manifestiert sich aber je nach gewählter oder zugelassener Rolle anders – so schlummert er bei dem einen und entfesselt den anderen.


Den Unternehmergeist wecken!

Unternehmergeist kann in den verschiedensten Rollen gefunden werden.


Den Trend zur Verkleidung mit nicht-authentischen Rollen kann ich nachvollziehen, doch gilt auch beim Entrepreneur das zu Beginn gesagte: Am Ende des Tages zählt das Bewirkte und nicht der Titel auf der Visitenkarte. Zu glauben dem Druck nachgeben zu müssen und sich anders darzustellen, als man eigentlich ist, finde ich perspektivenlos. Franz Kühmayer’s Gedanken schließen hier jedoch an:

Das Leben verläuft nicht linear in eingefahrenen Bahnen. Und zunehmend verlaufen auch Lebensläufe und Karrierepfade in der neuen Welt der Arbeit ebenso nicht linear, sondern portfolio-artig. Man entwickelt sich weiter und auch die eigenen Vorstellungen von einem erfolgreichen, sinnstiftenden Arbeitsleben folgen dieser Überlegung. So manche Fachkraft bzw. so mancher Manager wagt im Verlauf seiner Karriere erfolgreich den Schritt ins Unternehmertum, ebenso wie auch die andere Richtung denkbar ist. Selbst, wenn wir mit bestimmten Prädispositionen in die Arbeitswelt starten, können Lebensläufe sehr bunt werden. Anerkannt ist das bislang in Österreich eher nur in eine Richtung (aus dem Angestelltenverhältnis in Richtung Unternehmertum), nicht aber in die andere.

Die unternehmerische Gesellschaft

Mit allen Vor- und Nachteilen beobachtete ich auf Reisen in China, Indien, im Iran … eine große Vitalität und Geschäftigkeit an jeder Ecke. Eine Vitalität die ich bei uns immer mehr vermisse. Damit meine ich nicht nur unternehmerische Vielfalt, sondern auch eine Vielfalt der Ideen und des Lebens.

Besonders schön ist es daher anzusehen, welche Energien z. B. das “Fest der Ideen” der Initiative für Teaching Entrepreneurship bei jungen Menschen entfesseln kann. Zumindest bei dem glücklichen Teil junger Menschen, der durch die richtigen Lehrer ermutigt wird – nach wie vor keine Selbstverständlichkeit, dass Leidenschaft in der Schule geweckt wird.

Genau diese Motivation zum immer besseren Denken und Handeln ist jedoch, dass was die Entwicklung unserer Gesellschaft, unseres Staats und unserer Zukunft bestimmen wird.  Peter Drucker identifiziert als eine von sieben Quellen für Innovationen gesellschaftliche Entwicklungen, die bereits jetzt Innovation aus der eigenen Branche und somit aus der eigenen Denkbox übertrumpfen. Mit seinem Buch “Entrepreneurship and Innovatin” äußerte er sich noch 1985 – mit Ideen entgegen dem Mainstream – diesem Thema. Er selbst bezeichnet die “entrepreneurial society” als Zukunftsperspektive. Seine Vision hat Prof. Faltin schön auf den Punkt gebracht: Entrepreneurship für viele!

Einen Beitrag, den wir mit dieser “Blogdiskussion” liefern, ist hoffentlich:

… das Feld des Unternehmerischen verständlicher, sympathischer und vor allem zugänglicher zu machen.

Welchen Beitrag dazu “Entrepreneurship als Methode” leisten kann, wird Thema eines eigenen Artikels – zeichnet es doch noch eine weitere Zukunftsperspektive. Doch nun – vor allem in Österreich – raus aus Euren Honigwaben – nutzt Euren Unternehmergeist egal in welcher Rolle/ Funktion Ihr seid!

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